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NEWS | 2021-10-01

Der steinerne Garten | Volume II

Auch wenn ich gedanklich schon recht tief in meinem nächsten Roman, einem Kriminal-Drama, stecke, muss ich mich disziplinieren und erst die Überarbeitung meines Debüts fertigstellen.
Mal eine Erklärung, warum das so lange dauert. Eigentlich bleibt kein Satz so, wie er ist. Das Buch wird im Grunde neu geschrieben, Szenen erweitert oder es entstehen sogar neue, welche die Geschichte intensiver und nachvollziehbarer machen. Ursprünglich hatte ich vor, die Dilogie auf der Buch Berlin anzubieten. Daraus wird nun nichts, aber vielleicht ergibt sich eine Möglichkeit auf der LBM 2022. Das wird sich zeigen.

Für heute habe ich Euch jedenfalls eine XXL-Leseprobe aus dem bereits überarbeiteten Teil mitgebracht, die ich im Anschluss posten werde. Für die, die den Roman noch nicht kennen: Beschrieben wird hier die Szene eines kalten Heroin-Entzugs.

Ach ja… Eines sei noch zum Newsletter meiner Homepage gesagt: Ich hatte den ja vor einiger Zeit installiert, aber nie einen verschickt, weil ich einfach nichts zu sagen hatte und ich Spam verachte. Kurz: Wenn ich nichts zu sagen habe, dann versende ich auch nichts – das hatte ich versprochen – das hat aber lustigerweise dazu geführt, dass der Anbieter meinen Newsletter ins Archiv gepackt hat ^^. Aus diesem Grund funktioniert daher die Anmeldung nicht mehr *g. Sry. Sobald ich mich an den neuen Roman setze, werde ich ihn wiederbeleben und dann kann man sich auch wieder anmelden, um News außer der Reihe zu erhalten, wenn man das will. Die bisherigen Anmeldungen bleiben bestehen, soweit ich das verstanden habe.

Nun aber zur Leseprobe aus ›Der steinerne Garten‹ Vol II.
Habt ein schönes Wochenende. ^^
BB, Jay xxx

******************
Im Anschluss an das Gespräch ging Riley mit hängenden Schultern zurück in sein Zimmer und vergrub sich unter der Bettdecke. Bei dem Gedanken, was ihm in den nächsten Tagen bevorstehen würde, ergriff ihn Angst. Zu oft schon hatte er das demütigende Martyrium der Entwöhnung durchmachen müssen. Kurzzeitig hatte er darüber nachgedacht, Nathanyel um zwei Packungen Valium zu bitten, doch sein Stolz hatte ihm im Weg gestanden und so fragte er nicht. Frustriert musste er zugeben, dass er schlecht vorbereitet war. Ohne die beruhigende Wirkung von Alkohol und Tabletten sah er einem langen und äußerst schmerzhaften, kalten Entzug entgegen und es war im Rahmen des Möglichen, dass er ihn nicht überleben würde.
Inzwischen hatte sich die nervöse Unruhe verstärkt und seine Knochen begannen zu schmerzen. Beide Arme fest um seine angezogenen Beine geschlungen, lag er da und starrte in die Dunkelheit, während er sich bemühte, sich irgendwie abzulenken. Doch es gelang ihm nicht. Seine Gedanken kreisten immer wieder nur um das eine.
Du brauchst einen Druck, Buchanan.
Sein Atem beschleunigte sich.
Pritchard hat deinen Druck. Schönes reines H.
Nein, lass mich …
Aber es gehört dir.
Schweißgebadet schlug er die Bettdecke zurück, wälzte sich auf den Rücken und vergrub die Finger in seinem strähnig gewordenen Haar.
Hole es dir.
Seine Hände ballten sich zu Fäusten, bis seine Haarwurzeln schmerzhaft protestierten. Schwer atmend kniff er die Augen zusammen.
Nein. Ich fixe nicht mehr. Sei still.
Aber die flüsternde Stimme in seinem Innern verstummte nicht. Wenig später spürte er die Last so schwer auf seinen Gliedern, dass sie einer Art Lähmung gleichkam und er reagierte zunehmend empfindlich auf seine eigenen Berührungen. Das Gift, welches nun mit Schweiß vermischt aus seinen Poren drang, verursachte ihm Übelkeit. Wie er diesen Gestank verabscheute. Er war ihm nicht fremd. Wie alles, was nun geschehen würde.
Zwei Stunden darauf hielt er es nicht mehr aus. Die jetzt feuchten Laken klebten widerlich an seiner juckenden Haut. Er kroch aus dem Bett, kauerte sich auf dem Fußboden zusammen und kratzte sich unentwegt. Mit jeder Sekunde fraß sich der Schmerz tiefer in seinen rebellierenden Körper und er begann zeitweilig zu krampfen. Anfänglich noch gedämpft, dröhnte mittlerweile ein Ton in seinem Schädel, der ihn vehement an die Grenzen des Aushaltbaren prügelte. Er presste die Handballen gegen seine Wangenknochen und drückte mit aller Kraft. »Bitte …«, wimmerte er leise. »Bitte …«
Hey Buchanan, spürst du deine Beine noch?
Er hob den Kopf und spähte auf seine angewinkelten Oberschenkel hinab.
Nein.
Seine Augen wurden groß.
NEIN.
Er schlug zu, immer wieder, bis er seine Beine wie besinnungslos mit den Fäusten malträtierte, doch er spürte nichts mehr. Nichts.
Du brauchst einen Schuss, Buchanan. Nur einen einzigen.
Keuchend verbarg er das Gesicht hinter seinen Händen. Es fühlte sich seltsam an. Fremd, ähnlich einer Maske.
Jetzt ist es in meinem Kopf.
Ja. Du wirst den Verstand verlieren.
Die Stimme kicherte.
Aufsteigende Magensäure brannte in seiner Kehle. Riley schluckte hastig. »Eins … zwei … drei …« Das Zählen hatte oft geholfen, da die notwendige Konzentration Ablenkung erzeugte. Eine Methode, die er von seiner Mutter erlernt hatte, damals, als er ein Kind gewesen war. Unschuldig. Rein. Nicht verdorben. Nicht vergiftet. »Acht … neun … zehn …« Das Dröhnen in seinem Schädel schwoll an.
Die Kotze drückt mir aufs Gehirn.
»Scheiße«, hauchte er und presste sich erneut die Hände gegen die Schläfen.
Dein Kopf wird platzen. Bumm.
Er warf sich auf den Bauch und kroch in Richtung Zimmertür. Dort angekommen, zog er sich an dem Messingknauf hoch und ein Stöhnen kam ihm über die Lippen, als er spürte, wie seine Muskeln unter der Anstrengung zu brennen anfingen. Mühsam schleppte er sich ins Badezimmer und tastete nach dem Lichtschalter.
Wo hast du es versteckt, Pritchard?
Sein Blick fiel auf den kleinen Spiegelschrank. Er stürzte hinüber, riss die Türen auf und durchsuchte hastig die schmalen Regalböden.
Nichts.
»Verdammt!« Mit einer einzigen Bewegung fegte er die Utensilien von den Brettern. Laut klirrend zerschellten einige von ihnen auf den Fliesen. Dann hielt er inne.
Er hat es in seinem Zimmer.
Wie naiv von ihm zu glauben, Nathanyel würde das Heroin im Badezimmerschrank aufbewahren. Natürlich war es dort, wo dieser seine eigenen dunklen Geheimnisse aufbewahrte. Mit bebenden Lippen wandte Riley den Kopf und schielte zur offenstehenden Tür hinüber. Dahinter verlor sich der Flur in erstickender Dunkelheit.
Es gehört nicht dir, Pritchard.
Er fuhr herum; der haltgebende Waschbeckenrand entglitt seinen klammen Händen und wie zuvor, schlug er der Länge nach auf den Boden. Die darauf folgende Benommenheit war jedoch nur von kurzer Dauer; allzu rasant kehrte das Bewusstsein zurück. Ein dumpfes Stöhnen entwich ihm.
Hol es dir.
Schwer atmend hob er den Kopf.
Oh Gott, ich muss kotzen.
Er schluckte hastig. Sein Rachen schien taub; unfähig geworden den voranpreschenden Würgreflex zu unterdrücken. Schon ging ein Ruck durch seinen Oberkörper, gleich darauf schmeckte er den bitteren Saft in seinem Mund. Hustend erbrach er den spärlichen Mageninhalt. Anschließend zog er die Beine an seine Brust und vergrub keuchend das Gesicht, den säuerlichen Geruch seiner eigenen Körperausdünstungen nur noch vage registrierend. In seinem Innern brannte ein regelrechtes Inferno. Unterdessen schlich die vermeintliche Lähmung seiner Extremitäten weiter voran. Das Gewicht, welches nun bleiern auf seinen schmerzenden Gliedern lastete, ermöglichte es ihm kaum, sich zu bewegen. Hinzu kam, dass der Druck hinter seinen Augen mittlerweile unerträglich wurde.
Nein … nein … meine Schädeldecke … sie wird …
»Platzen …«, wimmerte er leise.
Ja, das wird sie! Hol dir den Schuss!
»Hör auf«, flüsterte er.
Er gehört dir!
»Hör auf damit!« Ein salziger Geschmack legte sich auf seine Zunge, als er sich fest auf die Finger biss, davon überzeugt, auf diese Weise dem Zetern in seinem Kopf entrinnen zu können. Irgendwann schmeckte er Blut und merkte, dass er sich sämtliche seiner Nägel eingerissen hatte. Zitternd umklammerte er daraufhin seine Beine und kniff die Augen zusammen, bis ihn erneut ein starker Brechreiz überfiel, der jedoch nicht mehr als Galle und zähflüssigen Speichel hervorbrachte. Sengende Hitzewellen durchfluteten nun seinen Körper, ließen ihn regelrecht im eigenen Saft schmoren.
Du wirst verbrennen. Von innen heraus.
Er musste sein T-Shirt loswerden.
Ja, denn wenn du erst in Flammen stehen wirst …
Unbeholfen versuchte er, das nassgeschwitzte Kleidungsstück über den Kopf zu ziehen; zerrte und zog mit wachsender Hektik, bis der Stoff unter der fortwährenden Dehnung kapitulierte und auseinanderriss. Die Kälte des Fliesenbodens nachfolgend auf der glühenden Haut zu spüren, brachte endlich die lang ersehnte Beruhigung mit sich und still lauschte Riley eine Weile seinen eigenen Atemzügen.
Da … da bewegt sich was …
Auf der Seite liegend beobachtete er verschwommen, wie jemand den Raum betrat. Ein Paar dunkler Hosenbeine, der untere Saum verdeckte einen Teil akkurat gebundener Schnürsenkel schwarzer Vans. Schwerfällig sah er auf und begegnete Nathanyels Blick.
Hol es dir.
»Bitte«, flüsterte er krächzend und schillernde Euphorie erfüllte ihn bei der plötzlichen Vorstellung, seine Qualen jetzt beenden zu können. »Gib es mir zurück.« Hastig leckte er sich die Lippen. »Nur gegen die Schmerzen«, fügte er unsicher hinzu, als er trotz des anhaltenden Flimmerns vor seinen Augen bemerkte, dass Nathanyel sich nicht rührte.
Das dauert zu lang. Warum reagiert der Idiot denn nicht?
»Hast du es etwa nicht mehr?« Erregt richtete er seinen Oberkörper auf. »Es gehört mir! Er hat es mir geschenkt!«
Immer noch keine Reaktion.
»Was glotzt du so dämlich?«, fauchte er bissig. »Dann hau doch ab! Verpiss dich und lass mich alleine, du scheißkranker Psycho!«
Nathanyel schürzte die Lippen, verließ das Zimmer und zog die Tür hinter sich ins Schloss.
»Nein, komm zurück! Ich habe es nicht so gemeint!« Tränen schossen Riley in die Augen. »Ich brauche doch nur ein wenig«, flüsterte er matt. »Es tut so verdammt weh. Einen halben Druck. Bitte …« Aber nichts geschah. Nathanyel kehrte nicht zurück. Mit flatternden Lidern starrte Riley eine Weile die verschlossene Tür an, bis der blanke Zorn aus ihm herausbrach. »Es gehört mir, du Wichser!«, brüllte er, ergriff den abgebrochenen Boden eines Zahnputzglases und warf ihn gegen die Tür, wo er in Scherben zerschellte. »Pritchard!« Seine Stimme überschlug sich. »Ich brauche auch nicht viel … nur ein bisschen … ein halber Druck würde doch schon genügen.« Er schluchzte auf. »Oder gib mir was von deinen beschissenen Tabletten ab.«
Es ist in seinem Zimmer, Buchanan. Und er will es für sich haben.
»Nein … es ist meins … es ist meins.«
Warren hat es mir gegeben. Nicht ihm.
Auf allen vieren unternahm er ächzend einen weiteren Versuch, das Bad zu verlassen, doch schon nach kurzer Zeit gab er auf. Sein Körper kapitulierte, seine Arme knickten ein und der Boden raste ihm abermals entgegen. Glasscherben hatten ihm Knie und Handflächen zerschnitten; unablässig quoll das Blut hervor und verschmierte den weißen Fliesenboden. Mittlerweile wechselte das Empfinden von Hitze und Kälte im Sekundentakt und zähneklappernd krümmte er sich zusammen. Minuten vergingen. Riley schluckte; sein Mundraum war aufgrund der mangelnden Flüssigkeitszufuhr derart ausgedörrt, dass seine Zunge am Gaumen klebte.
Ich muss … etwas trinken.
Vom Durst getrieben kroch er durch Glassplitter, Blut und Erbrochenes zur Dusche hinüber. Seiner Empfindung nach verstrichen dabei Stunden. Immer wieder ließen ihn abrupt auftretende und lang anhaltende Krämpfe in Armen, Beinen und Bauch innehalten. Als er endlich die Finger um den Rand der Duschtasse klammerte, zog er sich näher heran und leckte gierig über das kalte Porzellan – doch die erhoffte Linderung blieb aus.
Keuchend ließ er den Kopf hängen. Irgendwie musste es ihm gelingen, das Wasser anzustellen. Wackelig stemmte er sich hoch, betätigte den Hebel der Armatur und wich panisch zurück, als der umgehend einsetzende Wasserstrahl seine hochsensibel gewordene Haut peinigte. »Nein! Nicht!« Rasch zog er die Beine an seinen Oberkörper und vergrub schützend den Kopf unter seinen Armen, unfähig sich in Sicherheit zu bringen. Das fortwährende Prasseln drang monoton an sein Gehör und schlängelte sich wie ein Wurm unnachgiebig in seine Gehirnwindungen. Er wusste nicht, wie lange er dort hockte und sich heulend seiner Qual hingab, bis das Wasser mit einem Mal abgestellt wurde.
»Riley.«
Gehetzt sah er auf und blickte geradewegs in Nathanyels klare, kalte Augen. »Gib mir was.«
… irgendwas.
Seine Hand schnellte hervor und krallten sich fest um Nathanyels Unterarm. Ein Zucken jagte über dessen Gesicht und umgehend entriss er sich seinem Griff.
»Das H … gib es mir«, flüsterte Riley, ohne auf Nathanyels rüde Reaktion einzugehen.
Ich will nur ein bisschen … nur einen ganz kleinen Druck … bestimmt … ich will ja gar nicht mehr fixen … ist ja nur, damit es nicht so weh tut … gegen die Schmerzen.
»Du brauchst das Heroin nicht mehr.«
Rileys Augen wurden groß.
Was weißt du, was ich brauche?!
»Gib es mir!« Wieder ließ ihn die Ungeduld seinen Ton anheben.
»Nein.«
»Es gehört mir!«
»Ich habe es vernichtet.«
»Was?!« Seine Stimme versagte beinahe.
»Ich habe es die Toilette hinabgespült.«
»Nein.«
Das hast du nicht getan. Du hast es nicht vernichtet.
»Doch. Es ist nichts mehr hier.«
Entsetzt starrte Riley ihn an.
Nathanyel jedoch verzog keine Miene. Stattdessen streckte er ihm wortlos seine Faust entgegen und öffnete sie. Auf seiner Handfläche lagen vier kleine blaue Pillen.
Riley leckte sich nervös über die bereits wunden, rissigen Lippen.
Valium.
»Mehr gibt es jetzt nicht«, informierte Nathanyel ihn rau.
Nimm sie. Besser als nichts. Das H kannst du dir später holen.
Abermals packte er Nathanyel, beugte den Kopf und nahm die Pillen gierig von dessen Handteller auf. Anschließend schenkte er ihm keine Beachtung mehr. Hastig ließ er sich auf den Bauch fallen und schlürfte das immer noch abfließende Wasser auf. Es war gleichgültig geworden, ob Nathanyel ihm dabei zusah, wie er jeglichen Funken seiner verbliebenen Würde einbüßte. In diesem Moment zählte lediglich, seinem Körper eine Pause zu gönnen. Erschöpft blieb er liegen, spürte den glatten warmen Boden unter seiner Wange und verharrte.
Gleich wird es besser werden … gleich.
Doch sein leerer Magen rebellierte. Es dauerte nicht lange und ein bitterer Brei schoss aus seinem Mund. Geschockt starrte er auf das Erbrochene hinab; dann hob er unsicher den Kopf.
Nathanyel lehnte in einiger Entfernung mit dem Gesäß am Waschbecken, hatte die Hände in den Hosentaschen vergraben und beobachtete ihn reglos.
»Gib mir mehr«, forderte Riley ihn auf. Seine Stimme klang dumpf. Bunte Farben jagten über seine Hornhaut und verschleierten seine Sicht. Er machte sich nichts vor; er würde auch die nächsten Tabletten nicht bei sich behalten können.
Aber das ist egal. Ein bisschen werden sie vielleicht trotzdem wirken.
»Los … mach schon. Gib mir noch ein paar!«
Nathanyel schüttelte langsam den Kopf. »Nein.«
Augenblicklich erfasste Riley die Wut. »Warum nicht? Du hast doch genug! Gib mir was ab!«
Nathanyel blinzelte und schwieg. Dann stieß er sich vom Waschbecken ab und verließ das Zimmer.
Ungläubig starrte Riley die Tür an, hinter der Nathanyel soeben verschwunden war. »Du selbstsüchtige, miese Ratte!«, schrie er. »Was macht es dir aus, wenn du mir noch ein paar deiner verfickten Pillen gibst?! Du willst sie nur alle für dich alleine haben! Du bist ein hirnkrankes Arschloch! Ich hasse dich! Ich hasse dich, Pritchard!« Schluchzend kippte er zur Seite, die Hände auf den Hinterkopf gepresst. »Du hattest kein Recht, mir mein H wegzunehmen!« Umgehend darauf kündigte sich der nächste Brechreiz an. Würgend umklammerte er seinen zitternden Oberkörper, hustete und spuckte, während er zwischendurch weitere leise Verwünschungen gegen Nathanyel ausstieß. Anschließend fiel sein Blick auf den sämigen Brei aus Tabletten und Wasser. Er richtete sich auf und zog trotzig die Nase hoch.
Komm schon … nur damit die Schmerzen weggehen.
Kurzzeitig trat ein Hauch von Widerwillen auf sein Gesicht, jedoch zu labil, um der gefräßigen Gier nach Linderung allzu lange standzuhalten. »Ich hasse dich, Pritchard«, flüsterte er, beugte sich hinab und streckte die Zunge aus, bereit, die aufgeweichten Tabletten ein weiteres Mal herunterzuschlucken. Gleich darauf verriet ihm ein stechender Geruch, dass er sich eingenässt hatte. Seine Blase musste unter den immer wiederkehrenden Krämpfen seines Körpers unbemerkt kapituliert haben. Zitternd krümmte er sich zusammen und wartete. Irgendwann wurden seine Atemzüge ruhiger. Der neue Morgen begann bereits zu dämmern.
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© Jayden V. Reeves | Der steinerne Garten Vol II | Überarbeitete Fassung
Bild: © Susan Q Yin

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