Leseprobe| 24 Days of Queer@venthologie

Leseprobe | 24 Days of Queer@venthologie

Leseprobe aus meiner Kurzgeschichte ›Open End‹ | ›24 Days of Queer@venthologie
Benefiz-Anthologie gegen die Diskriminierung von LGBTQ*

Inhalt:

Seit vier Jahren lebt der Autor Joey Thatcher mit seinem Freund, dem Kinderarzt Frank Bowers, den Traum einer offenen Beziehung. Beide sind sich einig, das perfekte Beziehungsmodell gefunden zu haben, welches auf dem Fundament klarer Regeln und grenzenlosem Vertrauen zueinander reibungslos funktioniert.
Bis eines Tages Damian Bates auftaucht und Regelbrüche plötzlich sehr verführerisch erscheinen.

[Gay | Polyamorie]

Erschienen unter ›Independently published‹ am 19. Dezember 2018

[…] Der gemeinsame Abend wurde wider Erwarten gut. Joey stellte fest, dass er Jess mochte. Sie schien eine Frohnatur zu sein und wirkte in allen Belangen recht unkompliziert. Vielleicht war tatsächlich eine Freundschaft möglich, wenn er es schaffte, seinen stetig größer werdenden Hunger auf ihren Mann endlich in den Griff zu bekommen. Immer noch verstand er nicht, warum Damian überhaupt diese starken Gefühle in ihm auslöste. Schließlich waren sie einander kaum begegnet. War es wirklich nur dem Umstand geschuldet, dass Damian sich außerhalb seiner Reichweite befand? Er musste zugeben, dass er so etwas von sich selbst nicht kannte.
Nach dem Essen begleitete er Damian auf eine Zigarette nach draußen. Für gewöhnlich rauchte er nicht, er tat es nur ab und zu, nachdem er Frank zuliebe vor drei Jahren aufgehört hatte. Als er seinen Freund daher eher scherzhaft um Erlaubnis bat, war die Zweideutigkeit seiner Frage deutlich spürbar.
»Verbrenn dich nicht«, hatte Frank ihm geantwortet und gelächelt, doch seine Augen waren ernst geblieben.
»Mist«, fluchte Damian.
»Was ist?«
»Mein Feuerzeug hat den Geist aufgegeben.« Damian verzog das Gesicht.
»Gib mir die Kippen.« Ohne nachzufragen reichte sie Damian ihm. Joey ging ins Wohnzimmer zurück, griff sich einen der Kerzenhalter vom bereits halb abgedeckten Tisch und entzündete beide Zigaretten an der Flamme. Eine intime Geste, die Joey sehr gefiel, deren intensive Wirkung ihn jedoch auch gleichermaßen verwirrte. Prüfend wandte er den Kopf in Richtung Küche, aus der er die Stimmen von Frank und Jess vernahm. Von Biscuit war keine Spur zu sehen. Der Wasserkocher rauschte laut und Joey hielt für einen Moment inne, schloss die Augen und ließ die Zungenspitze sachte über den Filter von Damians Zigarette gleiten. Ein mittlerweile gar nicht mehr so unbekanntes Bild schob sich in seine Gedanken, dominant und jegliche Vernunft vertreibend, wie er Damians Brustwarze neckte, leckte und ansaugte, bis sie sich hart und fordernd zwischen seine Zähne drängte. Und wie er…
»Hey, willst du beide rauchen?«
Joey fuhr herum. »Nein, natürlich nicht.« Hatte Damian ihn beobachtet? Peinlich berührt reichte er ihm die brennende Kippe.
»Danke.« Damian lächelte und nahm einen Zug, nicht ohne die Augen von ihm abzuwenden. Er trat zwei Schritte zurück und Joey folgte ihm auf die Terrasse, unsicher und seltsam befangen. Dieser Blick.
Noch teilweise in dem erregenden und so real wirkenden Bild seiner Phantasie gefangen, schob er die Glastür hinter ihnen zu und schnitt der Hintergrundmusik den Ton ab.
Damian fegte mit der Hand ein paar vertrocknete Blätter von einem der Gartenstühle und setzte sich. Nach kurzem Zögern tat Joey es ihm gleich. Hin und wieder wehte ein kühler Windzug über ihre Köpfe hinweg, während sie schweigend vor sich hin rauchten. Der Eroberungszug des Winters schritt unerbittlich voran.
Joey biss sich auf die Unterlippe. Schien die Stimmung plötzlich angespannt oder bildete er sich dies nur ein?
»Und du bist also Autor?«, zerriss Damians Stimme endlich die Stille.
Joey sah zu ihm hinüber. Zu seinem Bedauern konnte er Damians Gesicht im Halbdunkel kaum erkennen. »Ja«, antwortete er knapp.
»Und was schreibst du so?«
»Horror.«

Damian lachte. Ein schöner Klang und keinesfalls spöttisch. »Ich mag künstlerische Berufe. Ich unterrichte Musik.«
»Tatsächlich?« Verblüfft runzelte Joey die Stirn. »Welche Instrumente spielst du denn?«
Damian nahm einen letzten Zug und zerdrückte die Zigarette sorgfältig auf den Steinfliesen. »Am liebsten Cello«, erwiderte er und richtete sich wieder auf, den trockenen Stummel nun zwischen den Fingerspitzen drehend. »Aber ich spiele auch noch andere Streichinstrumente. Violine zum Beispiel.«
Joey nickte anerkennend. Er hatte nicht damit gerechnet, dass ihr Nachbar sich als Liebhaber klassischer Musik entpuppen würde. Aber er mochte die Vorstellung eines Cello spielenden Damians.
»Und verdienst du gut mit dem Schreiben?«
Etwas verlegen zuckte Joey die Schultern. »Wenn ich das Skript endlich mal abgeben würde, schon.«
»Hast du eine Schreibblockade?«
»Könnte man so sagen, ja.«
»Vielleicht hilft es dir, wenn du dich eine Weile ablenkst?«
»Was meinst du damit?«
Es schien, als würde Damian sich ein wenig genieren. »Ich würde Jess gerne eine Heimsauna zu Weihnachten schenken«, erklärte er. »Ich baue sie selbst, aber ich komme nur schleppend voran.« Nachdenklich legte er den Kopf schief und musterte Joeys verheiltes Bein. »Du könntest mir helfen. Sofern es dir gesundheitlich möglich ist.«
»Nun das … « Joeys Augen wurden groß. Doch auch wenn er alle Mühe aufbrachte, sich nichts anmerken zu lassen, putschte ihn die Vorstellung Zeit mit Damian zu verbringen, ungemein. »Das wird sicherlich kein Problem sein.«
Damian strahlte ihn an. »Cool, also abgemacht?«
»Abgemacht.« Joey erschauerte, als er Damians ausgestreckte Hand ergriff. Seine Haut war warm, ein wenig rau. Der Moment war gekommen. Er durfte ihn berühren. Jetzt. Ganz unverhofft. […]

Jugendschutzhinweis: Jugendschutzhinweis: In diesem Buch werden explizite Inhalte von fiktiven erotischen Phantasien geschildert. Der Inhalt dieses Buches ist für Personen unter 18 Jahren nicht geeignet.

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Wer auf meine bescheidenen Kritzeleien wert legt, der schreibe mir bitte an info@jayden-v-reeves.co.uk.



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